IJOB1944
Szenen für eine Schauspielerin, einen Schauspieler, einen Musiker und Lautsprecher Konzept und Komposition Kjell Keller

Es spielten Silvia Jost und Helmut Pietz
Violine Kjell Keller

Stimmen:
Francois Lilienfeld als hebräischer Ijob und Rainer zur Linde als Gegenpart, die Freunde Ijobs, Elifas, Bildad und Zofar.

Regie, Bühne und Beleuchtung Andreas Berger

Uraufführung November 1998 in Bern (7 Vorstellungen in der deutschen Schweiz)

Das Programm Ijob 1944 ist wie "Ich bin Wind und du bist Feuer" auf Anregung der Arbeitsstelle Kirche im Dialog Bern entstanden. Es lebte aus der Spannung zwischen den biblischen Ijob-Passagen in ihrer grossen, auch in der deutschen Übersetzung spürbaren poetischen Kraft und den ausgewählten fragmentarichen Texten von Autoren aus den letzten Jahrzehnten wie Joseph Roth, Elie Wiesel, Wolfgang Borchert, Camus, Sartre, den Gedichtsauszügen von Nelly Sachs und anderen.

Drei verschiedene Ebenen waren bei dieser Produktion übereinandergelagert: Die Stimmen aus dem Lautsprecher als Kontrapunkt zum Ijob auf der Bühne, der sein Leid beklagt; sechs szenische Fragmente aus unserer Zeit, gleichsam Fetzen der Erinnerung und die ausgewählten Gedichte von Nelly Sachs.

Die Musik, vorwiegend improvisatorisch gestaltet, schaffte Stille, bereitete die Emotionalitat der Ijob-Klagen vor oder liess sie ausklingen. Sie mischte sich ein in das Gewirr von Lautsprecher-Stimmen oder setzte einen Kontrapunkt von Hoffnung, Zärtlichkeit und Lebensfreude.

Ijob 1944 war eine Meditation über die fragile Existenz des Menschen, seiner. Suche nach dem Göttlichen und der Frage nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit des Glaubens in unserer Zeit.


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