DER FERNE PLANET - 29.12.2012
Projekttagebuch

"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut (...). Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht".
So wird im Buch Genesis die Entstehung der Welt beschrieben.

Durchaus ähnlich verläuft auch die Entstehung eines Theaterprojektes - von der Idee bis zur Vorstellung.

Eine Idee wird weitergedacht, erhält Struktur. In unserem Fall durch einen Autor, der Szenen, Personen, Abläufe auf Papier bzw. in den Laptop bringt.

Wenn die Akteure, Schauspielerinnen und Schauspieler, Musiker und die Regie gefunden sind, beginnt die nächste Phase. Das Lesen. Die Regie - bei uns ist es Marlise Fischer - liest das Stück Dutzende Male, lässt sich inspirieren, inspiriert kritisierend - manchmal muss der Autor nochmals über manche Szenen, weil - zugegebenerweise -  die Regie das Stück besser kennt als er selbst. Die Regie denkt dabei schon ganz konkret "bühnenwirksam": Warum geschieht das, was geschieht? Wer sind die Personen, die da miteinander zu tun haben? Sie beschäftigt sich mit den Strukturen des Stückes, sie diskutiert mit den Musikern, die für die Orginalmusik verantwortlich sind, welche Art von Musik, welcher Rhythmus, welche Atmosphäre sie wann will.

Der nächste Schritt ist die Leseprobe: die erste gemeinsame Annäherung der Akteure an das Stück. Man liest mit verteilten Rollen, die Regie erläutert ihre Ideen zu den Personen, zur Umsetzung. Man diskutiert, stöhnt auch über manche Zumutung, die der Text verlangt, kritisiert durchaus den Autor für manche Sätze, was der sich gefallen lassen muss. Man beginnt also, das Papier, lebendig werden zu lassen.

So also ist der Stand der Dinge. Es wird schon etwas Licht. Am 2. Januar beginnen übrigens die eigentlichen Proben.

Die Fotos unten,von Carlo Bischoff, zeigen Momente aus einer Leseprobe vor Weihnachten.

Fotos